Zertifizierter Mediator

Zertifizierte Mediatoren

Die Verordnung der Bundesregierung zur Verwendung der Bezeichung „zertifizierter Mediator“ ist veröffentlicht.

Der Bundesjustiminister hat am 21. August 2016 die überfällige Verordnung zum Mediationsgesetz veröffentlicht, die den Umgang mit der gesetzlich geschützten Bezeichnung zertifizierter Mediator  festlegt.

Darin wird festgelegt, welche Ausbildung und Fortbildung zur Führung der Berufsbezeichnung und zur Qualitätssicherung in der Mediation notwendig sind.

Damit wird ein Meilenstein zur Markttransparenz in der Streitbeilegung gesetzt.

Die genannten Kriterien werden mich ab September 2017 zur Führung des Titels zertifizierter Mediator nach § 5 Absatz 2 des Mediationsgesetzes berechtigen.

Im einzelnen regelt die neue Verordnung:

  • In § 1 des Entwurfs werden die Anwendung der Verordnung auf die Aus- und Fortbildungskriterien für Mediatoren sowie die Anforderungen für Aus- und Fortbildungseinrichtungen festgelegt.
  • Nach § 2 muss der zertifizierte Mediator für seine interdisziplinären Tätigkeiten neben seiner vorgegebenen Ausbildung folgende Grundqualifikationen erfüllen:
    –> ein qualifizierter Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Hochschulstudiums und
    –> eine mindestens zweijährige praktische, hauptberufliche Tätigkeit
  • In § 3 wird Ausbildungszeit geregelt; sie muss die in einer Anlage aufgeführten Mindestinhalte aufweisen. Gegenstand einer soliden Grundausbildung zum zertifizierten Mediator sind neben theoretischen Kenntnissen insbesondere praktische Übungen, Rollenspiele und Supervision. Die Zeitvorgaben in Absatz 3 sollen eine angemessene Gewichtung der einzelnen Ausbildungsinhalte sicherstellen. Die Ausbildung zum zertifizierten Mediator kann bereits vor oder während einer Berufsausbildung oder eines Studiums begonnen werden. Wichtig: Die Bezeichnung »zertifizierter Mediator« darf jedoch erst nach Vorliegen der Voraussetzungen laut § 2 (Grundqualifikationen) und § 3 (Ausbildungserfordernisse) geführt werden.
  • Nach § 4 wird die Pflicht zur regelmäßigen Fortbildung festgelegt. Die Fortbildungspflicht beginnt mit dem Abschluss der Ausbildung zum zertifizierten Mediator bzw. dem Inkrafttreten der Verordnung. Inhalte und Ziele der Fortbildung – beispielsweise durch Vertiefung und Aktualisierung bestimmter Ausbildungsinhalte – gibt die Verordnung in einer Anlage vor. Die Fortbildungsmaßnahmen sollen nicht in Zusammenhang mit dem Grundberuf eines Mediators stehen. Mit dieser Sollvorschrift versucht der Verordnungsgeber eine möglichst umfassende Kompetenz der zertifizierten Mediatoren zu erreichen.
  • In § 5 wird zur fortlaufenden Rezertifizierung ein regelmäßiger Nachweis an praktischer Erfahrung gefordert: Die Durchführung von mindestens vier Mediationsverfahren als Mediator oder Co-Mediator innerhalb von zwei Jahren ist nachzuweisen. Inhalt und Umfang der Dokumentationspflichten werden in Abs. 2 geregelt.
    Die Dokumentation soll zur Qualitätssicherung beitragen: Konfliktdynamik und angewendete Interventionsmöglichkeiten werden auf diese Weise reflektiert und analysiert. Wurde der Mediator von der Schweigepflicht nicht entbunden, kann er nur anonymisierte Daten aufnehmen. Die »Soll-Bestimmung« in Absatz 3 umfasst praktische Erfahrungen in Supervision, Intervision und Covision außerhalb von Zeitvorgaben oder Dokumentationspflichten.
  • Aus- und Fortbildungseinrichtungen erhalten in § 6 Vorgaben über Inhalt und Umfang der Bescheinigungen über die erfolgreiche Teilnahme an Aus- und Fortbildungsveranstaltungen. Hier legt der Verordnungsgeber die erforderlichen Mindestangaben bindend fest.
  • § 7 stellt genaue Anforderungen an Aus- und Fortbildungseinrichtungen und ihre Dozenten. So muss nach Absatz 1 jede Lehrkraft über die erforderlichen Grundqualifikationen nach § 2 verfügen und mit allen fachlichen Kenntnissen der jeweiligen Aus- und Fortbildungsinhalte nach § 3 ausgestattet sein.
  • § 8 regelt das Inkrafttreten zum 01.09.2017

Den Text der neuen Rechtsverordnung, veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 2016 Teil 1 Nr. 42 vom 31.08.2016, Seite 1994 lesen Sie HIER.

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