Neujahr Anno 2016

Zu unser aller Verwunderung haben sich die Konflikte des menschlichen Zusammenlebens auch mit Beginn des neuen Jahres nicht in Luft aufgelöst. Da reibt man sich an Neujahr noch verkatert die Augen und muss feststellen, auch im neuen Jahr ist es nicht ruhig und friedlich geworden da Draußen.

Der Weltfrieden wurde wieder nicht hergestellt, einige Idioten feuerten wieder Raketen in Menschenmassen oder testeten eine Wasserstoffbombe. Weiterhin ertrinken Menschen vor Europas Küsten und Frauen wurden in Köln und Anderswo von Vollidioten in der Silvesternacht angegriffen.

Kurz, es leben Menschen mit allen klinischen Ausprägungen des Wahnsinns auf dieser Welt. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Geburtshintergrund oder welche Religion sie haben. Da gibt es abstammungsdeutsche Neonazis, die Serienmörder wurden, genauso wie muslimische Vollpfosten, die Frauen belästigen.

Dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Glaubens und mit verschiedenen Geschlechtern zusammen friedlich in das neue Jahr tanzen, ist leider nicht überall eingetreten.

Sexismus vs. Rassismus

Zweifellos hat die Polizei in deutschen Großstädten in katastrophalem Ausmaß versagt. Noch übertroffen von den Verharmlosungen in der anschließenden Kommunikation, die eigentlich nur den einen Schluss zulässt: Die hilflosen Akteure haben Angst vor dem Volk.

Selbst von bisher eher liberalen Zeitgenossen hört man nun unverhohlen rassistische Äußerungen über die vermutete Herkunft der Täter. Gemeinsam ist allen, die sich so äußern, das gute Gewissen. Da schreibt ein Journalist: „Eine islamische Sozialisation bringt ein Frauenbild hervor, das nicht selten zu solchen Verbrechen führt.“

Früher hätten Rassisten einfach festgestellt, Muslime wären geborene Verbrecher, Untermenschen eben. Heutige Rassisten dagegen behaupten, Muslime seien zu Verbrechern erzogen worden.

Auch in dem unbelasteten Gewissen derer gestern und heute ist dabei kein Unterschied feststellbar.

Es gibt wieder Pogrome in Deutschland

Häuser, in denen Ausländer wohnen, werden angezündet und beschossen.

Eine Kölner Zeitung sprach letzte Woche von einer „Menschenjagd“, bei der Ausländer im Krankenhaus landeten.

Im Rückblick auf das Deutschland der Dreißigerjahre beschrieb das der Schriftsteller Arthur Koestler so: „Wir kapitulierten einfach vor der rapid wachsenden Brutalisierung der Masse.“

Ein Jahresbeginn wie ein Faustschlag

Die begrapschten Frauen sind schon längst die Nebendarsteller geworden, in gewisser Weise werden sie nun zum zweiten Mal missbraucht:

Zum willkommenen Feigenblatt für eine kulturelle Treibjagd auf Ausländer.

Überraschend ist, wie wenig den Deutschen ihre eigene Geschichte bewusst ist, wie anfällig sie sind, wie wenig sie daraus gelernt haben.

Ach ja, seit Neujahr könnten sie es wieder nachlesen: Adolf Hitlers „Mein Kampf“ ist neu im Handel.

Prost. Ein gutes neues Jahr!

 

 

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