Ziel einer Mediation

Alle verschiedenen angewandten Methoden zur Mediation haben eines gemeinsam:

Image of scalesDas Ziel der Mediation ist die Lösung eines oder mehrere Konflikte(s) durch die wechselseitige Klärung der Konflikthintergründe und der dahinter stehenden Anliegen der Parteien. Die Mediation endet mit einer verbindlichen, in die nahe Zukunft weisenden Vereinbarung der Parteien. Dabei steht im Gegensatz zum Gerichtsverfahren die Frage nach einer eventuellen Schuld nicht im Vordergrund. Auch Veränderungen im Verhalten der Parteien untereinander werden nur insoweit gefordert, als sie für die verbindliche und dauerhafte Lösung des Konflikts notwendig sind.

Neben dem eigentlichen Ziel der Mediation – beispielsweise der Regelung von Vermögensfragen bei einer Scheidung der Vereinbarung über eine gemeinsame elterliche Sorge trotz Trennung der Eltern oder bei einer gewerblichen Mediation beispielsweise der Fortsetzung einer Zusammenarbeit zweier Unternehmen – gibt es auch Ziele, die außerhalb des eigentlichen Verfahrens stehen:

  • Berücksichtigung von Interessenlagen, die in einem zivilen Rechtsstreit unbeachtet bleiben würden
  • Reduzierung der Verfahrenskosten und der Folgekosten eines Konfliktes
  • Möglichkeit eines zeitsparenden, unbürokratischen und flexiblen Verfahrens
  • Schonung personeller und betrieblicher Ressourcen
  • keine Öffentlichkeit durch Vertraulichkeit

Allgemein anerkannte Methodik

Die in der Mediation angewandten Methoden sind eine Synthese verschiedener Elemente diverser Disziplinen. In methodischer Hinsicht sind es insbesondere Elemente aus den Fachgebieten Problemlösung, Kommunikation und themenzentrierte Interaktion. Die konzeptionellen Grundlagen der Mediation bilden beispielsweise:

  • die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg (GFK)
  • das Harvard-Konzept als Methode des sachbezogenen Verhandelns
  • die Konflikteskalation nach Friedrich Glasl
  • das systemische Konsensieren (SK-Prinzip)
  • das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP)

Ein zentrales Anliegen jeder Mediation ist es, die Konfliktparteien wieder in ein Gespräch zu bringen. Der neu beginnende kommunikative Ablauf ist so zu steuern, dass die Konfliktparteien

  • Beobachtung und Bewertung voneinander trennen
  • Die Verantwortung für die individuelle Sichtweise übernehmen
  • Die unterschiedliche Bedürfnisse der Konfliktpartner/innen anerkennen
  • für sich in die Lage versetzt werden, andere Blickwinkel zu akzeptieren

Phasen der Mediation

Im Laufe der Zeit hat sich unabhängig von der methodischen Ausrichtung des Mediators ein Phasenmodell der Mediation etabliert, in dem sich meist irgendwo die folgenden fünf Phasen als Handlungsstrategie wiederfinden:

Auftragsklärung. Zunächst werden die Parteien über das Mediationsverfahren, die Rolle und Haltung des Mediators informiert, für die Konfliktvermittlung wird eine Mediationsvereinbarung abgeschlossen und das weitere Vorgehen miteinander abgestimmt.

Themenfindung. Zu Beginn der zweiten Phase stellen die Parteien ihre Streitpunkte und Anliegen im Zusammenhang dar, sodass die Themen und Konfliktfelder gesammelt und für die weitere Bearbeitung strukturiert werden können.

Konflikterhellung. In der dritten Phase beginnt die eigentliche Bearbeitung des Konflikts mit der Entscheidung über das erste zu behandelnde Thema. Danach erhalten die Beteiligten Gelegenheit, ihre Sicht Konflikts umfassend darzustellen. Informationen, Daten und Wahrnehmungen werden ausgetauscht, bevor auf die unterschiedlichen und gemeinsamen Bedürfnisse und Interessen der Parteien vertieft eingegangen wird und damit der Konflikt umfassend beleuchtet werden kann. Wichtig ist in dieser Phase vor allem der Übergang von Strategien zu den dahinter liegenden Anliegen. Außerdem werden gemeinsame Maßstäbe für eine aus Sicht der Beteiligten gerechte bzw. sinnvolle Lösung entwickelt. Dabei kommen neben den Positionen der Konfliktparteien deren Hintergründe, Ziele, Interessen, und – je nach Ausrichtung und Ausbildung des Mediators – Emotionen und Identitätsaspekte (Rollen, Selbstbild) zum Vorschein.

Lösungsoptionen. In der vierten – der kreativen – Phase werden zu den einzelnen Problem Feldern zunächst im Wege des Brainstormings Lösungsoptionen bewertungsfrei gesammelt. Nach Abschluss der Ideenfindung werden diese Vorschläge von den Medianten einer Realitätsüberprüfung unterzogen. Der Mediator wird in dieser Phase meist das vorschnelle Beschließen von Lösungen bremsen, indem er gegenüber den Teilnehmern hinterfragt, inwieweit die gefundenen Lösungen mit den in der vorherigen Phase ermittelten Bedürfnissen der Parteien im Einklang stehen. Auch wird der Mediator gemeinsam mit den Beteiligten überprüfen, inwieweit die jeweiligen Lösungsoptionen umsetzbar scheinen.

Handshake 820.Abschlussvereinbarung. Zum Abschluss der Mediation werden die Ergebnisse schriftlich festgehalten und von allen Beteiligten unterschrieben. Üblich ist dabei die Konkretisierung des weiteren Vorgehens einschließlich der Festlegung von Terminen und/oder Umsetzungsfristen bis hin zum Verhalten im zukünftigen Konfliktfall. Die Abschlussvereinbarung wird dokumentiert und den Parteien zur Verfügung gestellt.

Ziel einer Mediation ist die in die Zukunft gerichtete Klärung eines Konfliktes