Fachkräftemangel, Mythos oder Wirklichkeit?

Die demografische Entwicklung zeigt deutlich die Verschiebung zwischen der Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter und jenen
im Rentenalter. Wäre es die Lösung, Menschen durch Einbau eines schnelleren Arbeitsspeichers länger im Berufsleben zu halten?

Jeder Versuch, durch mehr Druck die Leistung zu erhöhen, scheitert seit Jahren. Die Gesellschaft steht in vielen Bereichen vor dem Kollaps, weil immer mehr Menschen einer weiteren Steigerung des Arbeitstempos nicht mehr folgen wollen oder können.  Die Fallzahlen psychischer Erkrankungen von langer Dauer steigen dabei rasant.

Wenn dies einen unmittelbaren Einfluss auf den Fachkräftemangel hat, dann ist jetzt die Zeit zum Umdenken.
Die Studie „Unternehmenskultur 2009/10 – Rolle und Bedeutung“ von Kienbaum ergab eine zunehmend größere Bedeutung der Unternehmenskultur für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Rund ein Viertel der dort befragten Manager bewertet dies für die Gegenwart als sehr wichtig, die Hälfte bejahte dies für die Zukunft.

Grundbedürfnisse fördern

Nach dem deutschen Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther teilen wir Menschen eine grundlegende Erfahrung aus dem Mutterleib: Wir wachsen Tag für Tag über uns hinaus und erhalten unsere Nahrung über die Verbindung zur Mutter. Diese prägende Erfahrung schafft die Erwartungshaltung, unsere grundlegenden Bedürfnisse vom Mutterleib bis zum letzten Atemzug erfüllt zu bekommen.
Verbindung und Wachstum, nur wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind, gedeiht Leben.
Dies lässt die These zu, dass in jedem organischen System, ob Individuum oder Unternehmen, diese beiden Grundbedürfnisse befriedigt werden sollten.
Wenn wir den Versuch wagen, dies auf die Wirtschaftswelt zu übertragen, kommen wir zu einer naheliegenden Erkenntnis:
Wenn in einem Unternehmen aufgrund der Kultur die Grundbedürfnisse Verbindung und Wachstum aktiv gefördert werden, dann entsteht materielles Wachstum als logische Folge.
Dies geschieht von zwei Seiten, durch die hohe Motivation der Mitarbeiter steigt die Identifikation mit dem Unternehmen und dies wirkt sich unmittelbar auf die Kundenbindung aus – wichtige Werte wie Wertschätzung und Vertrauen spielen dabei eine Rolle wie auch Klarheit und Konsequenz.

Der zentrale Faktor Unternehmenskultur

Folgt man den in den letzten Jahren dazu gesammelten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sind dies die zentralen Faktoren für eine Werte schöpfende Unternehmenskultur. Diese Kultur entscheidet maßgeblich über den Gesamterfolg eines Unternehmens im Außen, auch hat sie einen unmittelbaren Einfluss auf die Produktivitätskosten im Inneren:
Fluktuationsrate, Arbeitsklima (innere Kündigung), Präsentismus und Krankenstand seien hier als Stichworte genannt.
Der deutsche Experte für betriebliches Gesundheitsmanagement, Prof. Dr. Bernhard Badura, nennt den hohen Krankenstand eines Unternehmens „die gesunde Reaktion eines Individuums auf eine ungesunde Umgebung“ und betont die erdrückende Datenlage aus zahlreichen Studien. Auch eine finnische Langzeitstudie über 11 Jahre belegte, dass die Unternehmenskultur für die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der entscheidende Faktor ist.
Als Fazit ist die gelebte Kultur in einem Unternehmen dafür ausschlaggebend, ob das Unternehmen zukünftig zu einer Fülle von Mitarbeitern Zugang haben wird.

Kulturwandel als Ziel

Wenn ein Unternehmen diese Feststellungen nicht ignorieren will, dann ist es an der Zeit, die eigene Unternehmenskultur kritisch zu hinterfragen. Kulturwandel in einem Unternehmen ist ein ehrgeiziges Ziel, das wir nur gemeinsam erreichen können. Jeder ist dabei gefordert, ein Unternehmen für die Zukunft fit zu machen und attraktiv zu gestalten.
Stellen Sie die Kultur Ihres Unternehmens mit nur drei Fragen auf den Prüfstand:
– Gibt es in unserem Unternehmen ein Werteleitbild?
– Wird es aktiv gelebt?
– Vertrauen Mitarbeiter und Geschäftspartner diesem Leitbild?

Eine wertebasierte Unternehmenskultur trägt spürbar und messbar zum Unternehmenserfolg bei. Eine Änderung der Hierarchie, in der Vorgesetzte nicht nur als Kontrolleure, sondern als Motivatoren erlebt werden, führt zu Wohlbefinden und gesteigerter Produktivität.
Jeder Mensch entscheidet selbst, in welchem Umfeld er arbeiten möchte. Ein Unternehmen mit einer solchen gelebten Kultur wird damit eine große Anziehungskraft ausstrahlen.
Die hohe soziale Kompetenz und Erfahrung älterer Fachkräfte wird einem solchen Unternehmen wegen des beiderseitigen Gewinns länger erhalten bleiben.

Wir begleiten Sie bei der Entwicklung und Umsetzung einer Werte schöpfenden Unternehmenskultur!

Fachkräftemangel, Mythos oder Wirklichkeit? – Michael Seiffert Mediation München

in Kooperation mit V.v. Allmen und W. Wulle

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