Vertraulichkeit und Verschwiegenheit

Stempel mit Aufschrift VertraulichEiner der zentralen Punkte einer Mediation ist die Zusicherung der Vertraulichkeit jedweder Information, die dem Mediator im Laufe eines Mediationsverfahrens bekannt wird.
Aus meinem Selbstverständnis als Mediator heraus sichere ich den Parteien zu, dass Alles, was ich erfahre, von mir respektvoll und vertraulich behandelt wird.
Ich vereinbare mit den Konfliktparteien, dass sie mich im Falle eines Gerichtsprozesses nicht als Zeugen für Tatsachen benennen werden, die mir im Verlauf des Mediationsverfahrens bekannt geworden sind. Die Parteien werden in der Mediation aufgefordert, sich die Vertraulichkeit der Inhalte zu zusichern und dies klar auszusprechen.

Dazu gibt es auch eine gesetzliche Regelung, die im Mediationsgesetz (MediationsG) festgelegt worden ist:

§ 4 Verschwiegenheitspflicht

Der Mediator und die in die Durchführung des Mediationsverfahrens eingebundenen Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, soweit gesetzlich nichts anderes geregelt ist. Diese Pflicht bezieht sich auf alles, was ihnen in Ausübung ihrer Tätigkeit bekannt geworden ist. Ungeachtet anderer gesetzlicher Regelungen über die Verschwiegenheitspflicht gilt sie nicht, soweit
1. die Offenlegung des Inhalts der im Mediationsverfahren erzielten Vereinbarung zur Umsetzung oder Vollstreckung dieser Vereinbarung erforderlich ist,
2. die Offenlegung aus vorrangigen Gründen der öffentlichen Ordnung (ordre public) geboten ist, insbesondere um eine Gefährdung des Wohles eines Kindes oder eine schwerwiegende Beeinträchtigung der physischen oder psychischen Integrität einer Person abzuwenden, oder
3. es sich um Tatsachen handelt, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.

Der Mediator hat die Parteien über den Umfang seiner Verschwiegenheitspflicht zu informieren.